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Solo Dances
Das Solo Dancing wurde im letzten Viertel des 18. Jh. entwickelt und hat sich seitdem immer mehr verfeinert. Heute kennt man Jigs, Reels, Hornpipes und die Set Dances.
Jigs
Man unterscheidet verschiedene Formen von Jigs. Slip Jigs oder Hop Jigs werden heutzutage nur von Frauen getanzt, aber bis 1950 auch von Männern und Paaren. Im 9/8 Takt gespielt, ist er der anmutigste Tanz. Single Jigs werden nur in Softshoes getanzt im 6/8 Takt, in seltenen Fällen auch im 12/8 Takt. Double Jigs können in Soft- und Hardshoes getanzt werden. In Softshoes werden sie auch Light Jigs genannt, in Hardshoes Heavy oder Treble Jigs.
Hornpipe
Mit ziemlicher Sicherheit kommt die Hornpipe aus England. Sie geht bis auf die Elisabeth-Zeit zurück wo sie als Bühnenstück diente, z. B. die Sailors' Hornpipe. Zu der heute in Irland getanzten Hornpipe besteht allerdings ein großer Unterschied. Sie wird im 2/4, 4/4 Takt gespielt und ist mit der bekannteste Irische Tanz.
Reel
Auch der Reel kam ursprünglich um 1800 aus Schottland, hat aber auch eine Wandlung erfahren. Er wird im 2/4, 4/4 Takt getanzt, meistens als Double Reels, wobei Single Reels mehr für Anfänger und einfache Schritte genutzt werden. Reels in Hardshoes wurden durch das Siamas Tire (s.o.) populär und sind seit den Tanzshows weltbekannt.
(Solo) Set Dances
Die (Solo) Set Dances gehen auf das 19. Jahrhundert zurück und werden in Hardshoes getanzt. Die einzelnen Stücke werden auf ein bestimmtes Musikstück getanzt und in vielen Fällen sind auch die Schritte festgelegt oder nur mit leichten Abweichungen. Die meisten Solo Sets sind Jigs oder Hornpipes, unterscheiden sich aber vom Aufbau von den Solo Dances. Ein Set Dance Stück hat in der Regel zwei Teile, auch „Step“ und „Set“ genannt. Die regelmäßige 8-Takt Einteilung ist hier aufgehoben, z. B. hat das Set von „Garden of Daisies“ 16 Takte, das von „Jockey to the fair“ 14 Takte.
Einige Beispiele für Set Dances:
2/4: The Blackbird, Downfall of Paris, King ofthe Fairies, The Lodge Road, Rodney's Glory
6/8: The Blackthom Stick, The drunken Gauger, The Three Sea Captains, The Orange Rogue, Planxtry Drury, Rub the Bag, St. Patrick's Day
4/4: The Garden of Daisies, The Hunt, Kilkenny Races, Madame Bonaparte, The Job of Journeywork, Youghal Harbour
Ceilis
Ceilis sind Gruppentänze, die sowohl in Wettbewerben, wie auch bei Ceilis (Gesellschaftstänze) getanzt werden. Noch im 19. Jh. waren die Tänze in unterschiedlichen Formen mit einer großen Bandbreite an Schritten. Vor etwa 100 Jahren wurden sie von der Gaelic Laegue standardisiert. Sie alle bestehen aus einigen wenigen Basisschritten, wie dem Side Step, Threes, Promenade Step, Sink and Grind und Rise and Grind, die dann zu unterschiedlichen Figuren miteinander verknüpft werden.
Sie können in verschiedenen Formationen getanzt werden, als sogenannte Round Dances, Long Progressive Dances oder Square Dances. 30 der Tänze sind in den Büchern „Na Rince Forine“ beschrieben und man muss sie für das Lehrerexamen bei der „An Coimisiún“ können. Seit der Vereinheitlichung hat jeder Ceili nur geringfügige Abweichungen, d.h. sie werden weltweit gleich getanzt. Daneben gibt es zahlreiche inoffizielle für zwei und mehr Personen. Die meist getanzten, z.B. bei Wettbewerben sind die 4-hand und 8-hand reels und jigs.
Ceilis waren in den letzten hundert Jahren sehr beliebt. Es gab fast jedes Wochenende Ceili-Treffen und häufig reichten die Räumlichkeiten nicht aus, um alle unterzubringen. Schulen boten Ceili-Kurse an und die Leute fuhren oft große Strecken um zu diesen Events zu kommen. Seit den 50er Jahren haben Elvis und andere Popstars dieser Tanzform etwas den Rang abgelaufen.
Social Group Set Dances
Diese Tänze stammen von den französischen Quadrillen ab, die Paare stehen sich im Viereck gegenüber. Die eigentlichen Schrittfolgen wurden durch local Steps ersetzt und das langsame Tempo ist dem schnellen Jig und Reel-Rhythmus angepasst. Sie werden meist von reiferen Leuten getanzt.
Von der Gaelic laegue werden sie aber als fremd eingestuft. Typisch irisch sind diese Schritte nicht, da diese Tanzform so oder in ähnlicher Form in vielen europäischen Ländern zu finden ist. So lassen sich leicht Bezüge zu russischen Volkstänzen, zur Mazurka oder zur Polka herstellen.
Die Haltung der Gaelic League gegenüber dieser Tanzform führte dazu, dass sie lange Zeit wenig Beachtung fand und nur im Verborgenen praktiziert wurde. Schlimmstenfalls konnte man der Klasse verwiesen werden und von Ceili-Treffen ausgeschlossen werden. In den 80ern erfreuten sie sich stetiger Beliebtheit, da einfach erlernbar und ohne größeren Aufwand tanzbar. Plötzlich entdeckten viele die Social Dances als ein lukratives Geschäft und erteilten Unterricht, meist ohne das entsprechende Know how. Gab es vor einigen Jahrzehnten ein halbes Dutzend dieser Tänze, gibt es heute Hunderte. Um eine gewisse Ordnung reinzubringen, gibt es aber auch hier schon inzwischen Regeln und festgelegte Schrittfolgen.

weiter mit Irischer Tanz heute / TCRG

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